Das Amt des Thomasorganisten hat eine lange Geschichte. Sechs der Amtsträger waren früher oder später auch Thomaskantoren: Georg Rhau, Johann Schelle, Johann Kuhnau, Wilhelm Rust, Karl Straube und Günther Ramin. Zu den Aufgaben des Thomasorganisten gehört das Orgelspiel bei den Gottesdiensten und Motetten in der Thomaskirche ebenso wie das Basso-continuo-Spiel zu Kantaten, Oratorien und Passionen des Thomanerchores, außerdem die Gestaltung von Orgelkonzerten. Das Wirken des Thomasorganisten ist seit dem 20. Jahrhundert durch eine rege Konzerttätigkeit im In- und Ausland gekennzeichnet. Eine enge personelle Bindung besteht seit dem 19. Jahrhundert zu den Orgelklassen bzw. zum Kirchenmusikalischen Institut der heutigen Leipziger Musikhochschule.

Thomasorganist Prof. Ullrich Böhme

Der seit 1986 amtierende Thomasorganist Prof. Ullrich Böhme wurde im sächsischen Vogtland geboren. Die wertvolle Barockorgel seines Heimatortes Rothenkirchen, an der er bereits 13-jährig Organistendienst leistete, weckte in ihm Begeisterung für die „Königin der Instrumente“. Deshalb studierte er von 1972 bis 1979 an der Kirchenmusikschule Dresden und an der Hochschule für Musik Leipzig. Kurse bei Piet Kee, Ewald Kooiman und Ton Koopman folgten. Nach dem Staatsexamen wirkte er bis 1986 als Kantor und Organist an der Kreuzkirche Chemnitz.
Im Bachjahr 1985 wurde Ullrich Böhme unter vielen Bewerbern zum Leipziger Thomasorganisten gewählt. Seit mehr als drei Jahrzehnten spielt er in Gottesdiensten, Konzerten und Motetten des Thomanerchores die Orgeln der Thomaskirche und den Basso continuo zu Passionen, Oratorien und Kantaten.

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Thomasorganist Ullrich Böhme sitzt vor der Orgel