Kunstwerke

Der Taufstein aus Marmor und Alabaster wurde von Franz Döteber in den Jahren 1614-15 geschaffen. An ihm sind biblische Szenen dargestellt. Er wurde 2009 restauriert.

Der architektonische Entwurf des neugotischen Jesus-Altars wurde 1888 angefertigt und stammt von Constantin Lipsius (1832-1894). Er stand bis zur Innerenovierung 1964 in der Kirche und wurde im Jahr 2016 nach der Überführung des Pauliner-Altars in die Neue Universitätskirche St. Pauli (2014) wieder aufgestellt. Das in der Mitte befindliche Relief mit Darstellung des letzten Abendmahles Jesu mit seinen Jüngern hat Oskar Rassau (1843-1912) geschaffen. Die übrigen Reliefs zeigen Darstellungen aus dem Leben Jesu.

An den Wänden des Altarraums sind die Bilder der Superintendenten der Stadt Leipzig seit Einführung der Reformation angebracht. Die ältesten Porträts wurden 1614 gefertigt.

Unter der bronzenen Grabplatte liegen seit 1950 die Gebeine von Johann Sebastian Bach. Sie wurden 1894 auf dem Johanniskirchhof gefunden, ruhten dann seit 1900 in der Johanniskirche. Als diese im 2. Weltkrieg zerstört wurde, überführte man die Gebeine in die Thomaskirche.

Das Löbeltsche Kreuz, das gegenüber des kleinen Altars hängt, ist eines der wenigen Kunstwerke aus Bachs Zeit.

Beachtenswert sind eine Anzahl von Epitaphen (Grabplatten). Das älteste ist das für Ritter Harras (+1451). Es befindet sich unter der Südempore links vom Seiteneingang. Im nördlichen Vierungsraum hängt das Epitaph für den Ratsherrn Daniel Leicher von 1612.

Ursprünglich hatte die Thomaskirche eine einfache Ornamentverglasung. Die bunten Fenster im Altarraum und an der Südseite wurden erst nach 1889 eingesetzt. Die Altarraumfenster stellen die Geburt, Taufe und Auferstehung Jesu sowie die Emmaus-Jünger dar. Im Mai 2000 ist das einzige im Krieg zerstörte Altarraumfenster ersetzt worden - durch das Thomas-Fenster im Entwurf von Hans-Gottfried von Stockhausen.

Die Fenster auf der Südseite des Langhauses zeigen (von Ost nach West) die folgenden Motive: Gedächtnis-Fenster für die Gefallenen des 1. Weltkrieges; König Gustav II. Adolf von Schweden; Johann Sebastian Bach; Martin Luther mit Kurfürst Friedrich der Weise von Sachsen (links) und Philipp Melanchthon (rechts); Felix Mendelssohn Bartholdy (seit 1997); Kaiser Wilhelm I.

Im Oktober 2009 wurde diese Reihung ergänzt durch das Friedens-Fenster im Entwurf von David Schnell.