Gedanken zum Tag

  • 07.08.2020
  • Prädikantin Dr. Almuth Märker

„Der Herr wird Zion wieder trösten.“ (Sacharja 1, 17)

 Wie oft in der Bibel, wie oft im Wort Gottes, das schon unserer Väter und Mütter vor und vor unserer Zeit kannten und in ihr Herz genommen hatten, Trost vorkommt! Trost als eine Eigenschaft Gottes. Ja, ich weiß: Manch einer assoziiert mit dem Gott JHWH in erster Linie einen zürnenden Gott. Und ja – auch im 1. Kapitel des Propheten Sacharja, dem der Losungstext für heute entstammt, geht es zunächst zornig zur Sache: „Der Herr ist über eure Väter zornig gewesen, sehr zornig!“ (V. 2). Und das nicht ohne Grund: „Der Herr sprach: Kehrt um zu mir, aber sie achteten nicht auf mich.“ Dann (in V. 12) die Frage, die bange, die anklagende Frage an Gott: „Wie lange willst Du Dich nicht erbarmen?“ Und schließlich: „Der Herr antwortete freundliche Worte und tröstliche Worte.“ Der Vers, der das erste Sacharja-Kapitel beschließt, ist gleichzeitig ein Beschluss: „Der Herr wird Zion wieder trösten.“ Der Herr, unser Gott, wird uns wieder und wieder trösten.

Wir rennen weg; er holt uns ein.
Wir gehen gegen ihn an in uns; er bietet uns die Stirn ihrer Weisheit und das Herz seines Erbarmens.
Wir meinen, uns was besseres als Gott suchen zu müssen; er ist da, er bleibt.
Wir kommen heulend und schluchzend, zu Tode erschöpft, enttäuscht und verletzt zurück zu ihr; sie öffnet die Arme und sagt: „Komm!“
Wie oft in der Bibel, in unserem Buch des Lebens, Trost vorkommt!