Gedanken zum Tag

  • 06.08.2020
  • Pfarrer Martin Hundertmark

Atombombe

6. August 1945. Über Hiroshima wird die erste Atombombe als Waffe gegen die Zivilbevölkerung abgeworfen. Tausende sterben, Zehntausende tragen auch Jahre danach noch Schäden davon. Fast ein ganzes Menschenleben liegt dieses Verbrechen zurück und dennoch bleibt der 6. August auch nach 75 Jahren einer der wichtigsten Gedenktage. Er mahnt uns zum Frieden und zur beständigen Diskussion über den Unsinn von Atomwaffen. „Selig sind, die Frieden stiften; denn sie sollen Gottes Kinder heißen.“ So mutet uns Jesus Christus zu, eine aktive Rolle als Friedensstifter einzunehmen. Dem Gewaltverzicht beim Lösen von Konflikten muss stets Vorrang gegeben werden. Das ist anstrengend, zeitraubend und unbequem. Die Sprache der Waffen ist bequemer, auch wenn ich niemandem, der militärische Verantwortung trägt, hier Leichtfertigkeit vorwerfen will. Mancher Friede lässt sich nur durch militärischen Schutz aufrechterhalten. Aber die Anwendung von Waffengewalt muss verhältnismäßig und stets ultima ratio sein. Der Atombombenabwurf zählt definitiv nicht dazu. Gleiches gilt für jegliche Fantasien, mit neuen Atomwaffen heute Stärke zu zeigen und das unter dem Mantel von notwendiger Sicherheit zu verstecken. Niemand braucht Atomwaffen! Sie sind eine der größten Ressourcenverschwendung überhaupt. Als Gesellschaft brauchen wir diese Ressourcen für Friedensarbeit. Sie beginnt bereits in Kindergärten und Schulen und ist auf langfristigen Erfolg angelegt. Bilden wir Friedensstifter aus! So verändern wir die uns anvertraute Erde zum Guten und die uns verheißene Gotteskindschaft erfüllt sich im menschlichen, friedlichen Miteinander. Vielleicht haben wir zum 100. Gedenktag des Atombombenabwurfes diese unsäglichen Waffen dann endgültig überwunden.