Bauwerk

Die Thomaskirche geht auf das 12. Jahrhundert zurück. Hier wurde 1409 die Universität Leipzig gegründet. Zwischen 1492 und 1496 erhielt sie die Gestalt einer spätgotischen Hallenkirche. Hier predigte 1539 Martin Luther zur Einführung der Reformation und hier singt seit fast 800 Jahren der Thomanerchor.

Im Altarraum und in der Vierung der heutigen Thomaskirche entdeckte man bei Ausgrabungen die Grundmauern einer Kirche aus der Zeit um 1160 - jener Zeit also, als Markgraf Otto der Reiche von Meißen der Burg und dem Burgvorort Libzi das Stadtrecht verlieh. Der romanische Altarraum dieser Kirche wurde 1355 gotisch umgestaltet. 1482 brach man das romanische Kirchenschiff ab und errichtete den bis heute erhaltenen Bau einer spätgotischen Hallenkirche. Bis auf den Turm, der seine endgültige Gestalt 1702 erhielt, hat sich seitdem an der Architektur der Thomaskirche nichts geändert.

Einen markanten Eingriff brachte jedoch die Renovierung der Jahre 1884-89 mit sich: Die gesamte Ausstattung der Barockzeit - besonders aus der Zeit, in der Johann Sebastian Bach an der Thomaskirche (1723-1750) wirkte - wurde entfernt. Seither zeigte sich das Innere der Kirche im neugotischen Stil.  Aus dieser Zeit stammt auch das an die Westfront aufgesetzte Mendelssohn-Portal.

Bachfenster Nach der Vereinigung der beiden deutschen Staaten 1990 wurde die Thomaskirche vollständig restauriert und instand gesetzt. Die Arbeiten konnten zum 250. Todestag von Johann Sebastian Bach am 28. Juli 2000 weitgehend abgeschlossen werden. Die Thomaskirche erhielt dabei auch ihre neue Bach-Orgel. Und so präsentiert sich die Thomaskirche heute: Sie ist insgesamt 76m lang, die Länge des Schiffes beträgt 50m, seine Breite 25m und seine Höhe 18m. Das Dach hat einen ungewöhnlich steilen Neigungswinkel von 63 Grad. Im Inneren verfügt es über sieben Ebenen (Firsthöhe 45 m). Der Turm ist 68m hoch.

Symbol externer Link Hier gelangen Sie zu einem Audio-Rundgang mit Pfarrer Wolff durch die Thomaskirche.

Erfahren Sie mehr über:

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Symbol interner Link Geschichtliche Daten der Thomaskirche