Predigt über Matthäus 4,1-11
Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und unserem Herrn Jesus Christus. Amen.
Schon vor über 70 Jahren stellte Mahatma Gandhi scharfsinnig fest: „Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier.“ Und doch hat sich gerade die Gier wie kaum eine andere Triebkraft der menschlichen Existenz in den vergangenen zwei Jahrzehnten schamlos entfesseln und mit einer erstaunlichen Akzeptanz an die Oberfläche des globalen Bewusstseins dringen können. Heute blicken wir ziemlich entgeistert auf die sozialen und menschlichen Trümmer, die sie weltweit angerichtet hat. So muss uns schon erschrecken, wie viele Menschen ihr Begehren nach Teilhabe am Wohlstand, nach materiellem und finanziellem Besitz zur Gier haben anschwellen lassen, ohne zu erkennen, dass deren verführerisches Wesen den Menschen zum Gefangenen ihrer selbst macht. Denn die Gier deklariert den schnöden Schein zum Sein, lässt uns mit zunehmender Hingabe die Wirklichkeit verleugnen und heizt die Entwicklung von Machtphantasien so an, dass nach und nach alle moralischen Hemmungen fallen. Der Mensch sagt sich von sozialer Verantwortung los und verabschiedet sich aus dem Konsens ethischer Grundwerte. So zerbröselt das soziale Rechtsbewusstsein, weil die Folgen gieriger Entfesselung für den Nächsten abseits aller moralischen Kategorien verdrängt werden. Die Gier macht uns zum Gefangenen des Immermehr und zerstört auf Dauer unser Ich, unsere Identität, unsere Berufung und Bestimmung. Doch diese Selbstzerstörung wird dadurch kaschiert, dass der Gier nicht zuletzt durch die Werbung die Kraft beigemessen wird, das Ich des Menschen zur Entfaltung kommen zu lassen.
Wohl gemerkt: vor diesem Zugriff der Triebkraft Gier ist niemand gefeit. Doch besonders deutlich wird die zerstörerische Kraft der Gier an denen, die selbst dann noch die Befriedigung derselben einklagen, wenn ihre Scheinwelt auf dem Boden der Realität zerschellt ist und sie so nackt dastehen, wie einst Adam nach dem Sündenfall im Paradies. Aber im Gegensatz zu Adam werden sie sich ihrer Schamlosigkeit nicht bewusst und versuchen sich noch nicht einmal hinter einem Busch zu verstecken: die nimmersatten Raffkes und ihre medialen Huldiger, die sich an fremdem Eigentum bis zur Besinnungslosigkeit bereichern, ohne je die Frage danach zu stellen, auf wessen Kosten dies geht bzw. ob ihre millionenschweren Boni noch in irgendeinem Verhältnis zur eigenen Leistung stehen. Damit gehören aber diejenigen, die sich vordergründig den schier unbegrenzten Möglichkeiten der freien Märkte global bedienen und bis vor kurzem für kritische, moralische Einsprüche gegen ihr Treiben nur ein arrogant-müdes Lächeln übrig hatten, zur Spezies besonders fremd bestimmter Wesen: Raffsucht und Gier haben - wie von Teufelshand geführt - sie eingekreist und lassen sie nach seiner Pfeife tanzen. Er, der Verführer, gaukelt ihnen vor, aus Nichts Geld und anderer Leute Geld zu Nichts zu machen; er führt sie an den Abgrund und lässt sie hochnäsig alle Warnsignale überfahren; er stellt sie auf die Zinnen der Banktürme und hüllt sie ein in den Schein einer virtuellen Finanzwelt. Diesen verlockenden Angeboten des Teufels haben die Sklaven des Kapitals nichts entgegenzusetzen. Im Gegenteil: auf „Teufel, komm heraus“ liefern sie sich seiner Scheinwelt aus. Und nun sind wir schon mittendrin in der Versuchungsgeschichte, dieser denkwürdigen Begegnung zwischen Jesus und dem Teufel in der Wüste, in der der Teufel Jesus seine Instrumente zeigt, ohne aber zu ahnen, dass Jesus über die besseren, wirkungsvolleren verfügt. Der sich daraus entwickelnde Machtkampf ist uns im Matthäusevangelium überliefert:
1 Da wurde Jesus vom Geist in die Wüste geführt, damit er von dem Teufel versucht würde. 2 Und da er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn. 3 Und der Versucher trat zu ihm und sprach: Bist du Gottes Sohn, so sprich, dass diese Steine Brot werden. 4 Er aber antwortete und sprach: Es steht geschrieben (5.Mose 8,3): »Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes geht.« 5 Da führte ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt und stellte ihn auf die Zinne des Tempels 6 und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so wirf dich hinab; denn es steht geschrieben (Psalm 91,11-12): »Er wird seinen Engeln deinetwegen Befehl geben; und sie werden dich auf den Händen tragen, damit du deinen Fuß nicht an einen Stein stößt.« 7 Da sprach Jesus zu ihm: Wiederum steht auch geschrieben (5.Mose 6,16): »Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen.« 8 Darauf führte ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg und zeigte ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit 9 und sprach zu ihm: Das alles will ich dir geben, wenn du niederfällst und mich anbetest. 10 Da sprach Jesus zu ihm: Weg mit dir, Satan! Denn es steht geschrieben (5.Mose 6,13): »Du sollst anbeten den Herrn, deinen Gott, und ihm allein dienen.« 11 Da verließ ihn der Teufel. Und siehe, da traten Engel zu ihm und dienten ihm.
Matthäus 4,1-11
In der Wüste spielt sich in drei Etappen eine dramatische Auseinandersetzung ab: der Kampf zwischen dem Machbarkeitswahn und dem Vertrauen auf Gott, zwischen Herrschaftswillen und Glaubensgehorsam, zwischen unserer Welt(un)ordnung und dem Reich Gottes.
1.
Nach 40 Tagen des Fastens, der Entbehrung und des Alleinseins in der Wüste gesellt sich der Teufel zu Jesus, um ihn zu versuchen. Der Augenblick scheint günstig, denn Jesus ist am Ende seiner Kräfte. Er hat Hunger - so wie Millionen Menschen in den Elendsgebieten dieser Erde heute Hunger haben und sich nichts sehnlicher wünschen, als dass sich die unendlichen Wüsten in einen fruchtbaren Garten, alle Waffen der Kriege und Bürgerkriege in Brot, alle Schulden in schwarze Zahlen verwandeln.
Bist du Gottes Sohn, so sprich, dass diese Steine Brot werden.
fordert der Teufel Jesus heraus. Was für eine Versuchung für den hungrigen Sohn Gottes. Durch ein kleines Wunder könnte er sein Problem in der Wüste lösen. Er braucht nur an die Machbarkeit des Wunders zu glauben. Er braucht nur seine Möglichkeiten einzusetzen, um seinen Hunger zu stillen.
Sollte das für Jesus so schwer sein, aus Steinen Brot zu machen, wo er doch schon Wasser in wein verwandeln konnte? Und wo wir Menschen auch inzwischen fast alles machen können: Wüsten bewässern und Meere entsalzen; Menschen im Reagenzglas zeugen und Gene manipulieren; Kriege machen um des Friedens willen, dafür aber eine technische Logistik aufbauen, die im krassen Gegensatz zu Hunger und Armut in den Kriegsgebieten steht. Und schließlich haben wir auch gemeint, Schulden mit Schulden bezahlen und aus dem Verkauf derselben noch Geld machen zu können, ohne zu merken, dass sich dadurch nur Ungerechtigkeit und Armut, also die Steine in der Wüste, vermehren.
Spätestens da wird die Kehrseite der Machbarkeit sichtbar. Mit jedem Problem, das wir zu lösen meinen, schaffen wir neue. Das ist das Teuflische an der Versuchung: die zu Brot gewordenen Steine mögen zwar den unmittelbaren Hunger stillen. Aber um welchen Preis? Um welchen Preis verwandeln wir immer mehr Bodenschätze in Geld, in Brot, in Luxus und Überfluss? Um welchen Preis nehmen wir Anteil an den Annehmlichkeiten des technischen Fortschrittes? Um welchen Preis bauen wir auf die Machbarkeit des Friedens durch Krieg? Um welchen Preis vermehren wir Reichtum? Der Preis ist zunächst eine ungeheure Abhängigkeit von materiellen Gütern, nämlich vom Brot allein. Er besteht in dem Aberglauben und Irrtum, dass wir Menschen alles selbst machen und lösen können. Und der Preis ist ein ständiger, sehr gewalttätiger Verteilungskampf um die Güter dieser Erde, wie wir das in den gegenwärtigen Kriegen und auch in der Wirtschaftskrise erleben.
Dies ahnend antwortet Jesus dem Versucher mit einem Zitat aus dem hebräischen Teil unserer Bibel:
Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes geht
„Erst kommt das Fressen, dann die Moral“, hat Berthold Brecht gesagt. Nein, so die Botschaft Jesu, die Moral muss einhergehen mit dem Essen des Brotes. Moral ist genauso wenig ein Luxus wie das tägliche Brot. Denn Essen ohne Moral lässt uns am Brot allein sterben, bzw. lässt andere für unser Brot sterben. Das ist die schmutzige Seite des Brotes: Millionen sterben heute an Hunger - nicht, weil Jesus der Versuchung widerstanden hat, aus Steinen Brot zu machen, sondern weil ein Teil unserer Menschheit meint, vom Machen, vom Brotmachen, vom Kriegmachen, vom Gewinnmachen auf Pump allein leben zu können. Deswegen müssen Millionen hungern. Täglich wurden und werden Milliarden Euro oder Dollar dem Wirtschaftskreislauf entzogen. Dieses Geld wird denen gestohlen, geraubt, die zwar nicht vom Brot allein, aber eben auch von ihm leben müssen; denen wir keine Moral mehr zu bieten haben. Und in der Tat: mit dem moralischen Gleichgewicht kann es nicht weit her sein, wenn auf der einen Seite die angebliche Unterschlagung von 1,30 Euro zur fristlosen Kündigung einer Kassiererin führt, auf der anderen Seite aber eigennützige Geldvernichtung in Milliardenhöhe durch Menschen, die den Anspruch erheben unsere Gesellschaft zu führen, wie ein unvermeidlicher Kollateralschaden ökonomischer Prozesse allzu wohlwollend behandelt wird.
Jesus - allein in der Wüste - ist das Gegenbild zum Teufel und zu uns. Denn er denkt bei der Versuchung durch den Teufel nicht zuerst an sich, an seinen Hunger (das war die Fehlkalkulation des Teufels). Jesus denkt zunächst an das, was uns Menschen fehlt: Brotverzicht, Glauben, Zutrauen, das Wissen um die stärkende Kraft des Wortes Gottes. Er denkt daran, dass kein Problem dieser Erde dadurch gelöst werden kann, wenn er in der Wüste Steine in Brot verwandelt. Er könnte von diesem ja nur selbst essen und müsste an ihm schließlich ebenso zugrunde gehen wie an seinem Hunger. Deswegen bringt Jesus in der Wüste, da wo eigentlich das Nichts, der Nihilismus zuhause ist, das Wort Gottes, den Maßstab für's Leben, eben die Moral ins Spiel. Und sie ist es, die den absoluten Vorrang vor dem Essen haben muss. Denn ohne sie wird uns auch beim größten Hunger der Bissen im Hals stecken bleiben.
2.
Der Versucher hat diese Botschaft verstanden und kann ihr nichts entgegensetzen. Aber er gibt nicht auf. Er nähert sich ein zweites Mal Jesus - diesmal auf dem Dach des Tempels, dicht am Abgrund:
Bist du Gottes Sohn, so wirf dich hinab;
Und geschickt beruft sich der Versucher bei seiner Aufforderung auf das Wort Gottes, von dem der Mensch ja auch leben soll:
Er wird seinen Engeln deinetwegen Befehl geben; und sie werden dich auf den Händen tragen, damit du deinen Fuß nicht an einen Stein stößt.
zitiert er bibelkundig den 91. Psalm.
Was man doch nicht alles mit dem Wort Gottes machen kann! Für alles und jedes scheint es eine Rechtfertigung durch einen Bibelspruch zu geben. Doch der Versucher verdeckt damit nur seine wahre Absicht: Er will mit Gott experimentieren; ihn für alles und jedes verantwortlich machen können; ihm die Verantwortung in die Schuhe schieben, die Gott uns seit der Schöpfung an die Hand gegeben hat, und die wir Menschen seit dem Essen der Früchte vom Baum der Erkenntnis nun auch tatsächlich haben. Der Reiz dieser Versuchung liegt in dem Angebot der Bequemlichkeit: sich einfach fallen lassen, und Gott wird es schon richten; einfach drauf losleben, und Gott wird das schon irgendwie schaukeln; einfach ein bisschen religiös sein, damit Gott mit ins Spiel kommt und wir bei den großen und kleinen Schweinereien ein gutes Gefühl haben können. Da, wo eigentlich unser Handeln, unsere Entscheidung, unsere Verantwortung gefragt ist, versuchen wir es mit Gott, versuchen wir Gott.
Jesus durchschaut dieses böse Spiel des Teufels. Er entlarvt das Jonglieren mit Gottes Wort:
Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen.
Jesus weiß ganz genau: Wenn er vom Tempeldach in die Tiefe springen wird, wird er am Boden zerschmettern. Er lebt in dieser Wirklichkeit und lässt sich nicht in eine teuflische Scheinwelt verführen. Wer von einem Turm oder Hochhaus springt, wer sein Leben zerstören will, der kann das tun. Gott wird es nicht verhindern. Gott hindert uns Menschen nicht am mörderischen Seiltanz. Er nimmt dem Raser nicht den Fuß vom Gaspedal; er reißt dem Trinker nicht die Cognacflasche aus der Hand; er lässt die Finanzjongleure ihre schmutzigen Geschäfte machen. Nicht weil er ein besonders grausames Spiel mit uns treiben will. Nein, wir haben endlich zu kapieren: Gott hindert uns nicht am Verbrechen - wohl aber hat er uns den Auftrag gegeben, uns dem Verbrechen zu widersetzen. Wir haben die Möglichkeit, uns für Bewahrung oder Zerstörung, für Liebe oder Hass, für Frieden oder Krieg, für soziale Verantwortung oder Gier zu entscheiden. Schicksalhafte Zwangsläufigkeiten gibt es nicht. Gott lässt sehr, sehr viele Dinge zu. Was er aber nicht zulässt, ist das Versteckspiel von uns Menschen.
Deswegen kann sich niemand aus der Verantwortung stehlen für das, was er angerichtet hat, weder mit frommen Sprüchen, noch mit einer fatalistisch-frommen Gottergebenheit. Unserer Verantwortung, unserer Antwort auf Gottes Ruf „Adam, Mensch, wo bist du?“ haben wir uns zu stellen - ganz in dem Sinne, wie Jesus es dann in der Bergpredigt entfaltet, die ja nicht zufällig nach seiner Rückkehr aus der Wüste von ihm gehalten wird.
3.
Der Teufel in der Wüste spürt, dass Jesus mit seinen Instrumenten ihm auch an dieser Stelle überlegen ist. Also startet er einen dritten Versuch, seine größte Versuchung. Er führt Jesus auf einen hohen Berg, von dem aus die ganze Welt zu sehen ist (heute würde der Versucher uns auf die Plattform des höchsten Wolkenkratzers der Welt in Dubai führen, wo wir, umgeben von Terminals, verbunden sind mit allen Börsen der Welt und damit unseren Allmachtswahn nähren):
Das alles will ich dir geben, wenn du niederfällst und mich anbetest.
Das war, das ist das Angebot der Globalisierung der eigenen Ansprüche. Eine Versuchung, die aber nur durch Unterwerfung, durch Kniefall vor dem Versucher und durch Anbetung des Unterwerfers zum Erfolg kommen kann, also nur dadurch, dass ich mich den Gesetzmäßigkeiten dieser teuflischen Scheinwelt ausliefere.
Es ist interessant, dass Jesus überhaupt keine Überlegungen darüber anstellt, was für oder gegen die Globalisierung spricht: ob sie gut oder schlecht ist. Das alles interessiert Jesus gar nicht, weil er weiß: jeder Anspruch auf Weltherrschaft, ob politisch oder religiös begründet, ist eine Anmaßung des Menschen, die zwangsläufig zu Gewalt, Unterwerfung und Ausbeutung der anderen Menschen führen muss. Deswegen die schroffe Ablehnung:
Weg mit dir, Satan! Denn es steht geschrieben: »Du sollst anbeten den Herrn, deinen Gott, und ihm allein dienen.«
Jesus ruft uns in Erinnerung, was wir immer wieder vergessen: das 1. Gebot.
Ich bin der Herr, dein Gott ... du sollst keine anderen Götter haben neben mir.
Allein Gott sind wir untertan und keiner Macht sonst. Darin findet alle Herrschaft ihre Begrenzung; daran zerbricht jeder Absolutheitsanspruch (auch der einer Religion, auch der des Christentums); und hier fängt alle Verantwortung des Menschen an.
Auch Jesus hat sich dem 1. Gebot untergeordnet. Darum ist er nicht in Konkurrenz zur römischen Besatzungsmacht oder zu den Pharisäern und Schriftgelehrten getreten. Er hat sich auch nicht zum politischen Befreiungshelden machen lassen. Er wusste, dass er sich damit nur den Gesetzmäßigkeiten des Versuchers ausgeliefert hätte. Deswegen hat er gegenüber dem Teufel nicht seine Macht ausgespielt; auch nicht gegenüber dem Hohen Rat oder Pontius Pilatus. Jesu Antwort auf die Aufforderung sich niederzuwerfen ist eben nicht, den Teufel niederzuringen. Er lässt sich nicht auf einen brutalen Machtkampf ein. Vielmehr verbindet er das miteinander, was bei uns immer so auseinander fällt: tiefste Ohnmacht und letzte Verantwortung, Glaubensgehorsam und grenzenlose Liebe, Vernunft und Vertrauen.
Mit der Auseinandersetzung zwischen Jesus und dem Teufel werden wir daran erinnert: wer sein Vertrauen allein auf Gott setzt, braucht sich keiner Macht zu unterwerfen, keinem Machbarkeitswahn zu beugen, und auch nicht den eigenen Begierden nachzugeben. Denn Gott hat uns die Welt, seine Schöpfung, zu Füßen gelegt und anvertraut. Auf ihr verantwortlich und in den uns gesetzten Grenzen frei zu leben, ist die Aufgabe, die in dieser Fastenzeit von uns wieder in den Blick kommen sollte. Und wir sollten daran denken: Jesus gewann seine Kraft, dem Teufel zu widerstehen, nicht zuletzt durch das 40tägige Fasten in der Wüste. Am Ende einer solchen Periode der Selbstbesinnung steht das, was auch Jesus erfahren konnte und uns verheißen ist: der Teufel zieht sich entnervt zurück und die Engel treten uns zur Seite. Was für eine Aussicht, wenn wir die Fastenzeit so erleben können!
Und der Friede Gottes, welcher höher ist als alle Vernunft, der bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.



